Der prachtvolle Innenraum der Dorfkirche St. Roman in Altvogtsburg (Dekanat-Breisach-Neuenburg) ist renoviert worden. Nun soll die Kirche auch zu neuem Leben erweckt werden.
Erwarten kann man eine solche Pracht nicht, wenn man als Besucher die Dorfkirche eines derart kleinen Weilers betritt. Zwar ist das Kirchlein direkt an der Durchgangsstraße von Alt-Vogtsburg das Erste, auf das das Auge des Betrachters fällt, wenn er von Bötzingen kommend den Vogelsangpass überquert: ein schmucker Bau im typischen Weinbrennerstil, eingebettet zwischen einer Hand voll Häusern und einigen Hügeln mit Weinbergen oder Trockengraswiesen. Aber skeptisch erinnert sich der Reisende auch daran, wie oft ihm schon das Äußere einer Dorfkirche etwas versprach, das es im Inneren nicht einlösen konnte.
St. Roman dagegen löst sein Versprechen ein und übertrifft es sogar. In der im 19. Jahrhundert erbauten Kirche trifft der Besucher alles noch in nahezu originalem Zustand an. Kanzel, Altar, Kirchengestühl und Glasfenster sowie die Wandmalereien und Bodenfliesen bilden einen einheitlichen Kirchenraum, der in seiner Originalität selten ist.
Doch während St. Roman einst eine wichtige Rolle für passierende Fuhrleute spielte, hat das Gotteshaus in jüngerer Zeit sein Dasein als so genannte Filialkirche der Oberbergener Gemeinde St. Mauritius gefristet. Nur anlässlich des Patroziniums feierte die Gemeinde dort einen Gottesdienst.
Was die Alt-Vogtsburger Kirche betrifft, so bemühte sich die Kirchengemeinde zwar stets darum, die historische Bausubstanz zu sichern. Doch beschädigten in zunehmendem Maße Feuchtigkeit, Materialermüdung, stete Erschütterungen wie der vorbeifahrende Lastverkehr den Innenraum von St. Roman. Dazu kam eine falsche Reinigungstechnik, die zahlreiche Kratzspuren hinterließ, wie Hans-Jürgen Treppe betont.
Der Freiburger Architekt berichtet, wie die Kirche im August 2004 schließlich gesperrt wurde, da Teile des Stucks und des Deckenputzes herunterzustürzen drohten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sei klar geworden, dass die Romanuskirche dringend einer Renovierung bedurfte.
Nachdem die Finanzierung gesichert war, die zur einen Hälfte von „weltlicher" Seite, wie der Landesdenkmalpflege, der Stiftung Denkmalschutz oder auch der Stadt Vogtsburg, und zur anderen Hälfte von „kirchlicher" Seite,wie der Erzdiözese und der Pfarrei, getragen wurde, gingen die Verantwortlichen im Frühjahr 2007 an die Arbeit. So musste zunächst der Dachstuhl der Kirche stabilisiert werden. Dann wurden die Risse an Wänden und Decken geschlossen, um schließlich Altar, Seitenfiguren und Kanzel zu reinigen. Auch die Innenausmalung bekam eine professionelle Reinigung verpasst und wurde von den Restauratoren an den Stellen ergänzt, an denen die Farbe fehlte. Schließlich rückten Elektriker die wieder gewonnene Pracht mit einer neuen Beleuchtungsanlage ins rechte Licht.
„Auf 330 000 Euro haben wir die Kosten für die Renovierung veranschlagt", sagt Hans-Jürgen Treppe und freut sich, dass man nun wohl unter dieser Summe bleiben wird. Doch jetzt werde es vor allem darum gehen, die Kirche aus ihrem Dornröschenschlaf zu wecken.
Schließlich soll der Abschluss der Renovierung ja nicht Anlass dafür sein, die Kirche wieder zu verschließen und sie in Schönheit sterben zu lassen. Vielmehr soll der Raum mit Leben erfüllt werden. Mit Gottesdiensten, wie Hochzeiten oder Taufen, aber auch mit Kultur-und Kunstveranstaltungen. Letztendlich wird es vom Engagement der Bevölkerung abhängig sein, ob St. Roman wieder ein offener Ort für Gläubige und Interessierte sein wird.
(aus dem Konradsblatt 39/2008)






