
Mit diesen Sätzen endet die erste Schöpfungsgeschichte – alles fertig, alles sehr gut und jetzt wird ausgeruht. Gut, Gott brauchte nur einen Tag, wir dagegen brauchen etwas länger. Jetzt ist Ferienzeit, jetzt haben wir Urlaub. Ferien kommt übrigens von Wort „Festtag“ und Urlaub von „erlauben“. In beiden Wörtern schwingt das besondere mit, etwas, was den Alltag durchbricht, es geht um eine besondere Zeit. Eine Zeit, um Kraft zu schöpfen und sich zu besinnen.
Und es ist gut, sich diese Zeit zu nehmen. Im Wochenrhythmus ist es der Sonntag, der Ruhetag, der Gottesdiensttag. Auch wenn für viele der Sonntag nicht mehr mit dem Gottesdienst assoziiert wird, bleibt er doch ein Ruhetag, ein Ausruhtag. Wer regelmäßig sonntags arbeitet, weiß wie wichtig dieser Ruhetag ist.
Denn es geht nicht darum, sich überhaupt auszuruhen, sondern wir brauchen auch beim Ausruhen Gemeinschaft. Je mehr die verschiedenen Bereiche unseres Lebens auseinanderfallen, umso schwieriger wird es für manche Menschen, die Ruhe überhaupt in der Gemeinschaft mit anderen vertrauten Menschen zu genießen. Darum lohnt es sich, für den Sonntag als freien, als Ruhetag zu kämpfen – für den Sonntagsgottesdienst übrigens auch. Denn der gibt dem Ruhetag eine Struktur und Ausrichtung.
Am siebten Tag, so sagen die Kinder, hat Gott die Ferien gemacht. Er hat sich selbst ein Zeugnis gegeben, war zufrieden und hat gechillt. Und was sie noch viel besser finden: er hat dieses Chillen geheiligt!
Ruhetag und Ferien helfen uns dabei Abstand vom täglichen „Hamsterrad“ zu gewinnen. Und es lohnt sich, einmal auf das eigene Leben zu schauen. Von Gott heißt es, er habe nach jedem Tag sein Werk angeschaut und es gut, ja sogar sehr gut gefunden. Da lässt es sich gewiss gut ruhen.
Mir geht es nicht immer so. Vieles gelingt mir, manches sogar sehr gut. Und wenn ich ordentlich was geschafft habe, bin ich „rechtschaffen müde“ und kann gut ruhen. Wenn mir etwas misslingt, dann allerdings bin ich lange nicht so gnädig wie mein Gott und vermiese mir die Ruhe mit Grübeleien. Das ist blöd und unnötig. Was geschehen ist, kann ich ja nicht mehr ändern – ein zerbrochenes Ei kann man eben nicht mehr flicken. Natürlich muss ich versuchen, Schaden zu beheben oder wieder gut zu machen. Doch dann muss auch gut sein. Dann muss ich Ruhe finden, damit ich die Kraft gewinne, es beim nächsten Mal besser zu machen – und andere Fehler …
Schöne Ferien Ihnen und Euch allen!
Text: Andrea Ludwig
Bild: Peter Galli





