Der Impuls für diese Woche kommt von Simone Sattler, Gemeindereferentin in der Seelsorgeeinheit Lauf Sasbachtal. Text und Bild sind urheberrechtlich geschützt.

Und damit liegen sie voll im Trend, wie der Freiburger Soziologe Micheal Ebertz in seiner Studie „Religion im Auto“ feststellt: Jeder zehnte, so seine Studie, fährt mit Engeln, Rosenkränzen, Christophorus Plaketten, Heiligenbildern, Kreuzen, Fischen, Traumfängern oder Buddha Figuren herum. Denn wo es Gefahren und Risiken gibt finden Religionen ihren Platz. Meist, so Ebertz, sind die Gegenstände Dekoration.
Vor allem Mercedesfahrer umgeben sich mit christlichen Zeichen, während Citroën Fahrer zu Engeln tendieren und VW Insassen sich vor allem auf die Menge an schutzbringenden Symbolen verlassen. Ob den jeweiligen Nutzern deren ursprüngliche Bedeutung bewusst ist bezweifelt Erbertz jedoch stark.*
Die Feststellung Ebertz regt zum Nachdenken an. Religiöse Symbole und Traditionen sind zwar noch immer vorhanden, ihre Bedeutung und das Verständnis schwinden jedoch immer mehr. Was hat also dieser Christophorus im Auto zu suchen?
Der Riese Ophorus wollte seine Stärke dem mächtigsten Herrscher anbieten und begab sich dafür auf die Suche. Er dient einem mächtigen König, der ein großes Reich besaß, und sogar dem Teufel, doch deren Macht war begrenzt auf der Erde. Ophorus jedoch sucht den, der auf der Erde und im Himmel die Macht hat. Auf den Rat eines Einsiedlers hin, baute er eine Hütte an einem Fluss und trägt Reisende von der einen auf die andere Seite, denn eine Brücke gibt es nicht. Und so wartet Ophorus viele Jahre lang auf den Herrscher über Himmel und Erde.
In einer stürmischen Nacht hört Ophorus ein Kind rufen. Er nimmt es auf seine Schultern und trägt es durch den Fluss. Doch die Last des Kindes wird für den Riesen immer schwerer, so schwer, als trage er die ganze Welt auf seinen Schultern. Als er unter der Last des Kindes fast zusammenbricht gibt sich Christus zu erkennen.
Ophorus hatte sein Ziel erreicht, dem größten Herrscher zu dienen. Dabei half er den Menschen. Viele Reisende hatten durch seine Hilfe einen sicheren Weg durch den Fluss. Und so wurde Ophorus zu Christophorus – dem Christusträger, zum Beschützer der Reisenden.
Reisende sind auch alle die sich in den Sommerferien auf den Weg in das jeweilige Urlaubsland oder Urlaubsziel machen.
Ich wünsche Ihnen und Euch eine gute Reise, erholsame Tage, viele neue Eindrücke, Zeit mit ihren Lieben, Zeit für sich und natürlich eine sichere Heimkehr.
Text und Bild (Freiburger Münster): Simone Sattler
* Die Vorstellung der Ergebnisse durch den Autor kann hier nachgehört werden: Religiöse Symbole im und am Auto - Ergebnisse einer Studie - DOMRADIO.DE





